Wo in Paris die Sonne aufgeht

27. WocheFSK16106 Min.

Liebe in den Zeiten von Tinder. Das ist der Kern des neuen Films des französischen Regisseurs Jacques Audiard, der für harte Genrefilme bekannt ist und diesmal scheinbar neue Wege einschlägt. Im Kern ist jedoch auch „Wo in Paris die Sonne aufgeht" ein genau beobachteter Film über gesellschaftliche Sphären, angesiedelt im von Migranten geprägten 13. Pariser Arrondissement.

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Regie Jacques Audiard
Besetzung Lucie Zhang, Makita Samba, Noémie Merlant, Jehnny Beth, Camille Léon-Fucien, Océane Cairaty, Anaïde Rozam, Pol White
Länge 106 Minuten
Land / Jahr Frankreich 2021
05.10.
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Über „Wo in Paris die Sonne aufgeht“

Im von Hochhäusern und Architektur, die in den 70er Jahren als modern galten, geprägtem 13. Arrondissement von Paris, lebt die Chinesin Emilie (Lucie Zhang). Sie schlägt sich mit Aushilfsjobs durch, hat kaum Kontakt zu ihrer Familie und sucht einen Mitbewohner. Diesen Part übernimmt Camille (Makita Samba), ein selbstbewusster Lehrer, der bald auch Emilies Lover wird. Zumindest für ein paar Nächte, dann ist es vorbei und Camille zieht aus.

Bald arbeitet er als Immobilienmakler und stellt Nora (Noémie Merlant) ein, die 33 Jahre alt ist und einst aus der Provinz nach Paris gezogen war, um zu studieren. Doch bei einer Party hatte sie eine Platinblonde Perücke getragen, in der sie dem Camgirl Amber Sweet (Jehnny Beth) zum Verwechseln ähnlich sah. Ohne zu ahnen, welche Folgen das haben würde, stimmte sie einem Selfie zu und bekam daraufhin die ganze Härte der sozialen Medien zu spüren. Auf dem Campus war sie schnell als Hure verschrien und wurde gemobbt.

In brillanten schwarz-weiß Bildern erzählt Jacques Audiard von Mobbing, Vorurteilen, sexueller Freiheit und der Schwierigkeit, sich selbst zu finden. Diversität ist hier kein Verkaufsargument, sondern einfach die Realität der Lebenswelt der Figuren. Viel wichtiger ist die Suche nach Nähe und Liebe in einer von der Oberflächlichkeit der sozialen Medien geprägten Welt. Aus diesen Zutaten formt Audiard ein mitreißendes, brillant gefilmtes Gesellschaftsporträt, mit dem der französische Auteur einerseits einen neuen Weg einschlägt, andererseits seine genau beobachteten Milieustudien auf sehr moderne Weise fortsetzt.

Quelle: Programmkino.de

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