Curveball - Wir machen die Wahrheit

FSK12108 Min.

Stell dir vor, es ist Krieg, und alles wegen einer Fälschung der Geheimdienste. Diese Geschichte, und es handelt sich um eine wahre Story, erzählt Regietalent Johannes Naber in dieser grandiosen Politsatire.

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Regie Johannes Naber
Besetzung Sebastian Blomberg, Dar Salim, Virginia Kull, Thorsten Merten, Michael Wittenborn, Franziska Brandmeier
Länge 108 Minuten
Land / Jahr Deutschland 2020
27.10.
Heute
28.10.
Mi
29.10.
Do
30.10.
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31.10.
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01.11.
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02.11.
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03.11.
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04.11.
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16.11.
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Über „Curveball - Wir machen die Wahrheit“

Basierend auf realen Vorkommnissen erzählt das satirische Drama von Johannes Naber von einem BND-Bio-Kampfstoffexperten, der von der Idee besessen ist, dass der Irak heimlich Biowaffen herstellt. Zur Jahrtausendwende trifft er auf den Informanten ,Curveball‘, der ihm diese Ahnung zu bestätigen scheint – bis sich dessen Aussagen zunehmend als Lügen erweisen. Mit geistreichem Gespür für die Absurdität der realen Geschehnisse und grandios aufspielenden Darsteller*innen erzählt Naber formvollendet die wahre Geschichte einer weltumspannenden Lüge.

Mit CURVEBALL – WIR MACHEN DIE WAHRHEIT ist Johannes Naber nach ZEIT DER KANNIBALEN erneut ein Film gelungen, der mit sezierendem Blick genüsslich gesellschaftspolitische Mechanismen offenlegt und sie kongenial auf die Spitze treibt. Ob Ausstattung, Musik, Dialogführung oder Dramaturgie: Naber und sein Team gehen schnörkellos, unprätentiös und direkt vor, die Farben von Innen- und Außenräumen sind klar und in ihrer bräunlich-grauen Piefigkeit überdeutlich deutsch. Sebastian Blomberg gelingt als einer Art „Anti-James Bond“ glaubhaft der Spagat zwischen einem ehrgeizigen Wissenschaftler und einem desillusionierten Erfüllungsgehilfen diverser höherer Instanzen, die sich die Wahrheit eben so machen, wie sie sie gerade brauchen. Die einzelnen Vertreter*innen dieser politischen „Mächte“ sind Stereotypen – und allen voran Thorsten Merten als brachial-jovialer Vorgesetzter, Michael Wittenborn als in seiner Eitelkeit verletzter Funktionär und Virginia Kull als doppelgesichtige CIA-Agentin sind ideal besetzt. Die Entdeckung des Films ist Dar Salim, der als irakischer Informant zwischen die Mühlen der Politik gerät und dank seines Spiels zum Herz der Geschichte wird. Der Humor ist trocken, die Dialoge gestochen scharf und das Timing auch der Montage exzellent. So entsteht ein bis zum letzten Bild spannendes Drama, bei dem es viel zu lachen gibt. Auch wenn das Lachen aufgrund der tragischen historischen Tragweite der Vorkommnisse mehr als einmal im Hals stecken bleibt.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

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