Waren einmal Revoluzzer

2. WocheFSK12108 Min.

Ein kluger, in seiner Konsequenz auch beeindruckender Film über das Helfen und wie es einem um die Ohren fliegen kann.

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Regie Johanna Moder
Besetzung Julia Jentsch, Manuel Rubey, Aenne Schwarz, Marcel Mohab, Lena Tronina
Länge 108 Minuten
Land / Jahr Österreich 2019
22.09.
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Über „Waren einmal Revoluzzer“

Helene (Julia Jentsch) bittet ihren Freund, der geschäftlich nach Moskau muss, ihrem Ex Pavel etwas Geld zu bringen. Tatsächlich ist es mehr, als sie gesagt hat. Denn Pavel muss Russland verlassen. Darum entscheiden Helene und ihre Freunde auch, dass sie ihm helfen wollen. Als er aber in Wien ankommt, hat er auch seine Frau und sein Kind im Schlepptau. Sie alle leben nun bei Helene, die mit der Situation überfordert ist, und dass umso mehr, als sie erfährt, dass Pavels Frau auch noch mit internationalem Haftbefehl gesucht wird. Das Chaos ist vorprogrammiert und am Ende ist nichts mehr so, wie es war. Die österreichische Filmemacherin Johanna Moder hat mit „Waren einmal Revoluzzer“ einen klugen und pfiffigen Film abgeliefert. Sie befasst sich mit Menschen, die über die eigene Hilfsbereitschaft stolpern, weil sie nicht in der Konsequenz durchgedacht haben, was diese bedeutet. Man könnte sagen, der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Oder auch: Helfen ist schön, wenn es einen so gut wie nichts kostet. Exemplarisch dafür ist der Moment, als Helene der jungen Mutter die ausgemusterten Klamotten ihrer Tochter geben will – für deren Sohn. Es ist ein Moment der Hilfsbereitschaft, der nach hinten losgeht. Weil Helene wohl Dankbarkeit erwartet hat, aber nur Unverständnis erhält.

Im Zentrum der Geschichte stehen Mittdreißiger, die sich selbst mal als Revoluzzer sahen, die aber längst in miefiger Spießigkeit angekommen sind – und aus der auch nicht mehr ausbrechen. Die Eigenwahrnehmung kollidiert hier ganz gewaltig mit dem Tatsächlichen und führt zu Erkenntnissen der Figuren, die reichlich bitter sind.

Quelle: Programmkino.de

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