Freistaat Mittelpunkt [Filmstart verlegt auf den 04.03.2021]

DokumentarfilmFSK1683 Min.

Dokumentarfilm über Ernst Otto Karl Grassmé, der von Nationalsozialisten interniert und zwangssterilisiert wurde und nach seiner Entlassung bis zu seinem Tod im Wald lebte.

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Regie Kai Ehlers
Länge 83 Minuten
Land / Jahr Deutschland 2019
29.11.
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Über „Freistaat Mittelpunkt [Filmstart verlegt auf den 04.03.2021]“

Ernst Otto Karl Grassmé war ein Opfer der nationalsozialistischen Rassenideologie. Als schizophren diagnostiziert, wurde er als an einer Erbkrankheit leidend angesehen. Um diese an ihrer Ausbreitung zu hindern, wurde er interniert und zwangssterilisiert. Nach seiner Entlassung im Jahr 1939, ein Jahr vor Beginn der Aktion T4, des Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten, ging er in den Wald. Dort überlebte und lebte er. Eine Entschuldigung hat Grassmé nie und eine Entschädigung erst kurz vor seinem Tod erhalten, obwohl er schon früh die Auseinandersetzung mit den Behörden suchte. Durch Briefe hielt er Kontakt mit der Außenwelt, teilte so seine Gedanken und sein Innenleben mit Anderen.
Der Filmemacher Kai Ehlers stellt in seinem außergewöhnlichen Dokumentarfilm FREISTAAT MITTELPUNKT diese Gedanken ins Zentrum und verbindet sie mit einer geographischen Annäherung an den Ort, an dem Grassmé lebte. Eine Wiesenlandschaft, eine junge Frau, die eine Kuh mit sich führt, eine verlassene Straße, der Wald. Die schwebende Kamera erzeugt Bilder, die subtil und doch eindringlich den Kontext für die Geschichte setzen und den Betrachter*innen Raum und Zeit geben, sich auf die Erzählungen von Grassmé einzulassen und ihn in ihrer Vorstellung lebendig werden zu lassen. Durch die Diskrepanz zwischen filmischem Raum und erzählter Zeit gelingt es Ehlers, gleichzeitig Spannung und Unbehagen zu erzeugen. Sie laden das genaue, einfühlsame und respektvolle Porträt von Ernst Otto Karl Grassmé auf mit der Frage nach dem Umgang von Gesellschaften mit ihren nicht konformen Mitgliedern. Eine kurze Super8-Sequenz am Ende des Films holt die Zuschauer*innen aus ihrer eigenen Imagination zurück in die geteilte Realität, wo die Frage ihre zeitlose Tragweite gewinnt.

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

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