02.11.202619:00 Uhr
Mithu Sanyal & Eva von Redecker »Aus dem Takt. Über den Drang nach Härte und das Recht, ihm zu widersprechen«
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Unsere Gegenwart scheint aus dem Takt geraten: In Debatten, in Konflikten, im Umgang miteinander ist eine neue Härte spürbar. Wie sich dieser Drang nach Härte und Zerstörung zeigt, woher er kommt und wo der Übergang zum Faschismus liegt, hat Eva von Redecker analysiert. In »Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus« nimmt sie den viel strapazierten Begriff neu in den Blick: historisch grundiert, aber entlang der Phänomene der Gegenwart.
Mithu Sanyal hat sich die andere Seite derselben Verhärtung vorgenommen: die Militarisierung, die als Wehrhaftigkeit und Eindeutigkeit daherkommt. In »Nein. Gegen die Militarisierung der Gegenwart« zeichnet sie nach, wie sie sich durchsetzt und was sie mit einer Gesellschaft macht, und setzt gegen Propaganda und Krieg auf Vermittlung statt Vernichtung.
Zwei Analysen, die im selben Befund zusammenlaufen, und ein Gespräch über die Frage, was dagegen zu setzen ist.
Eva von Redecker ist Philosophin und freie Autorin. Sie forschte an der Humboldt-Universität zu Berlin, in Cambridge, New York und Verona und beschäftigt sich mit Kritischer Theorie, Feminismus, Kapitalismuskritik und Autoritarismus. Bei S. Fischer erschienen u. a. »Revolution für das Leben« (2020), »Bleibefreiheit« (2023) und zuletzt »Dieser Drang nach Härte« (2026). Sie war Metropolenschreiberin in Mülheim und ist seit 2026 Gastprofessorin für Philosophie an der HFBK Hamburg.
Mithu M. Sanyal ist Schriftstellerin, Kulturwissenschaftlerin und Journalistin. Nach Sachbüchern zu Vulva und Vergewaltigung erschienen bei Hanser die Romane »Identitti« (2021) und »Antichristie« (2024), beide für den Deutschen Buchpreis nominiert, sowie »Nein. Gegen die Militarisierung der Gegenwart« (2026). Sie ist Jurymitglied des Ingeborg-Bachmann-Preises und erhielt 2026 den Heinrich-Mann-Preis für Essayistik der Akademie der Künste.