Deutschlandpremiere: Gütekraft - Wer schützt die Welt wirklich?

23.09.202619:30 Uhr

Ein Dokumentarfilm darüber, wie staatliche Konflikte bewältigt werden können: Durch Gewalt oder durch Dialog, Haltung und Gütekraft.

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Lichtburg Film & Gespräch Premieren FSK6

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Regie Gerardo Milsztein
Länge 100 Minuten
Land / Jahr 2026

Mehr Informationen unter:
www.kräftigegütestiftung.de

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Hinweise: Veranstalter: KräftigeGüteStiftung, info@KraeftigeGueteStiftung.de

Gütekraft – Wer schützt die Welt wirklich?
Können staatliche Konflikte gelöst werden, ohne die Würde des Anderen zu verletzen? In einer Zeit wachsender Polarisierung verhärten sich Positionen, und aus Gegnern werden schnell Feinde – in Politik, Institutionen und im Alltag.
Doch ist das unvermeidlich? Gibt es eine Kraft, die Konflikten begegnet, ohne Gewalt mit neuer Gewalt zu beantworten?
Der Film zeigt, wie staatliche Institutionen Konflikte mit Klarheit und Haltung bewältigen können – bestimmt, ohne den Gegenüber aus den Blick zu verlieren. Der Regisseur stellt die Frage, welche Rolle Dialog, Respekt und Eigenverantwortung zur Lösung spielen können. – wie aus Konfrontation Verständigung und aus Gegnerschaft Zusammenarbeit entstehen können.

Güte als Kraft
Das deutsche Wort Gütekraft lässt sich nur schwer wörtlich übersetzen. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird Güte oft mit etwas Weichem verbunden: mit Herzlichkeit, Großzügigkeit oder guten Absichten. Doch Gütekraft meint mehr. Sie beschreibt eine Kraft, die auf Respekt, Verantwortung und Empathie beruht – und auf dem Entschluss, den anderen auch im Konflikt nicht herabzuwürdigen. Gütekraft bedeutet nicht, einfach gut zu sein. Sie bedeutet nicht nachzugeben, Konflikte zu vermeiden oder auf Macht zu verzichten. Sie bedeutet, die Art und Weise zu verändern, wie Macht ausgeübt wird. Es ist der Versuch, aus einer „Macht gegen“ eine „Kraft mit“ werden zu lassen: nicht nur den Gegner zu besiegen, sondern die Bedingungen zu verändern, die Menschen, Gruppen oder Gesellschaften überhaupt zu Gegnern gemacht haben. Diese Bewegung bildet den Kern des Films.

Gütekraft – Wer schützt die Welt wirklich? begibt sich an jene Orte der Gesellschaft, an denen Konflikt keine Abstraktion ist: zur Polizei, in die Justiz, in die Politik und in die Diplomatie. Dort wird Autorität ausgeübt, Recht gesprochen, über Frieden verhandelt und über den Einsatz von Gewalt entschieden. So unterschiedlich diese Bereiche sind, sie stehen immer wieder vor derselben Frage: Was tun wir mit Macht, wenn wir Macht über andere Menschen haben? Kann Macht als Verantwortung verstanden werden?

Der Film beobachtet Menschen und Institutionen, die darauf unterschiedliche Antworten gefunden haben. Er träumt nicht von einer konfliktfreien Welt. Er fragt nach Möglichkeiten, Konflikte zu transformieren. Die eigene Mitverantwortung an einem Konflikt anzuerkennen, kann schwerer sein, als dem anderen die Schuld zu geben. Die Würde des Gegners zu wahren, obwohl man die Macht hätte, ihn zu demütigen, verlangt Disziplin. Auf Eskalation zu verzichten, obwohl man sie durchsetzen könnte, verlangt Selbstbeherrschung.
Genau dort beginnt Gütekraft: nicht in der Abwesenheit von Macht, sondern in der Entscheidung darüber, wie sie eingesetzt wird. Im Grunde ist der Film deshalb ein Film über Macht. Über die Macht, etwas zu stoppen, zu urteilen, zu bestrafen, Entscheidungen zu treffen oder jemanden zum Feind zu erklären. Aber ebenso über die Macht, zuzuhören, die eigene Meinung zu ändern, einen Fehler einzugestehen, zu schützen oder eine zerstörte Beziehung wiederherzustellen.

Eine demokratische Gesellschaft braucht Institutionen, die Autorität ausüben können. Polizei muss eingreifen. Gerichte müssen urteilen. Regierungen müssen entscheiden. Staaten müssen ihre Bevölkerung schützen. Die Frage lautet also nicht, ob Macht verschwinden soll. Die Frage lautet, welche innere Haltung ihren Einsatz bestimmt.
Der Film formuliert darauf keine fertige Gesellschaftstheorie. Er beobachtet Momente, Entscheidungen und Erfahrungen – Situationen, in denen Menschen die Wahl haben, die Logik der Konfrontation weiterzutreiben oder zu versuchen, sie zu verändern.
Dabei berührt er auch eine unbequeme Frage: Kann der bewusste Verzicht auf Gewalt tatsächlich wirksam sein? Gewalt erscheint oft überzeugend, weil ihre Wirkung unmittelbar sichtbar ist. Gewaltlosigkeit dagegen wird schnell dem Reich der Ideale zugerechnet. Doch Erfahrungen und vergleichende Untersuchungen gewaltfreier Bewegungen zeigen, dass andere Wege keineswegs wirkungslos sein müssen.

In einer Zeit, die uns ständig dazu auffordert, Partei zu ergreifen, beschäftigt sich Gütekraft – Wer schützt die Welt wirklich? mit jenem unbequemen Raum, der zwischen opponierenden Seiten verbleibt. Nicht, um neutral zu bleiben. Sondern um zu fragen, ob Haltung möglich ist, ohne den anderen zum Feind zu machen – und ohne die Möglichkeit von Veränderung zu zerstören.
Denn eine Gesellschaft misst sich nicht nur daran, ob sie sich gegen das durchsetzen kann, was sie für falsch hält. Sie misst sich auch daran, was dabei mit der Würde des Menschen geschieht. Hinter jedem Gesetz, jedem Urteil, jeder Verhandlung, jedem Polizeieinsatz und jeder politischen Entscheidung steht deshalb letztlich dieselbe Frage: Wie üben wir Macht aus, ohne unsere Menschlichkeit zu verlieren?

Regisseur Gerardo Milsztein

kräftigegütestiftung.de

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