02.09.202620:00 Uhr
In Memoriam - Sam Neill: Andrzej Zulawskis radikales Opus Magnum bietet grenzensprengende Schauspielleistungen von Isabelle Adjani und Sam Neill, eine kaum zu ertragende Anspannung und allgegenwärtige Paranoia, die entfesselte Kamera Bruno Nuyttens und extreme Gewalteruptionen – das alles in nächster Nähe zur Berliner Mauer.
Eulenspiegel In Memoriam Klassiker OmU FSK16
| Regie | Andrezej Zulawski |
| Produzent | Marie-Laure Reyre |
| Drehbuch | Andrzej Zulawski, Frederic Tuten |
| Besetzung | Isabelle Adjani, Sam Neill, Heinz Bennent |
| Länge | 119 Minuten |
| Land / Jahr | Frankreich, Deutschland 1981 |
„Ein höchst irritierendes Werk kafkaesker Dimension. Bewegendes Kunstkino“ – Lexikon des internationalen Films
„Zulawski verschmilzt in „Possession“ Elemente des europäischen Autorenkinos und des amerikanisch geprägten Genrefilms zu etwas ebenso Neuem wie Fremdem. „Possession“ ist ein Alien von einem Film. Allerdings kein freundlicher Alien, wie Steven Spielbergs fast zeitgleich entstandener Kassenschlager „E.T.“, sondern eher so etwas wie ein früher filmischer Vorläufer zur Musik von Aphex Twin.“ Gregor Torinus, Filmstarts.de
Nach der Rückkehr von einer ausgedehnten Dienstreise nach Berlin muss ein Mann erkennen, seine Frau sich ihm entfremdet
hat, offenbar ein Verhältnis hat und selbst ihren gemeinsamen fünfjährigen Sohn ablehnt. Doch das ist erst der Beginn: Ein drittes Wesen nicht von dieser Welt scheint von der sich mehr und mehr von ihrer Umwelt abkapselnden Wahnsinnigen Besitz genommen zu haben und motiviert sie zu immer neuen Gewalttaten gegen sich und andere. Ein seit seinem Erscheinen als Skandalfilm interpretiertes Werk, bei dem sich das Innenleben der Protagonisten in Fleisch gewordenen Albtraumvisionen nach außen kehrt. Das an die physischen Grenzen gehende Spiel der beiden Hauptdarsteller und die unstete Kamera machen aus dem absurden Gewalttheater nachhaltig bewegendes Kunstkino.
Quelle: Filmdienst