Film & Gespräch: Gleis 11

26.06.202211:00 Uhr

Zu Gast sind Regisseur Çağdaş Eren Yüksel, Nezihat Yüksel und Bartolomeo Sechi; Moderation: Aurora Rodonò - Eine Veranstaltung im Rahmen des Begleitprogramms der Galerieausstellung „Mustafas Traum - Fotografien von Henning Christoph zum türkischen Leben in Deutschland 1977-1989“

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Eulenspiegel Filme mit Gästen FSK0

Regie Çağdaş Eren Yüksel
Länge 67 Minuten
Land / Jahr Deutschland 2021

Zu Gast waren Regisseur Çağdaş Eren Yüksel, Nezihat Yüksel und Bartolomeo Sechi. Moderiert wurde durch Aurora Rodonò.

Fotos von Christian Schüning

Der Dokumentarfilm von Çağdaş Eren Yüksel (62 Min.) bringt uns zurück in die Sechziger Jahre Deutschlands und portraitiert die 1. Einwanderergeneration. Sieben Protagonist:innen berichten in Form einer Parallelmontage von ihren Träumen und Hoffnungen, vom Leben in der Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre bis in die Gegenwart. Was als Suche nach seinem Großvater begann, mündete in einer Suche nach Identität und einer Hommage an eine Generation, die Geschichte geschrieben hat.

Çağdas Eren Yüksel Regisseur

Çağdaş Eren Yüksel, geb. 1994 in Mönchengladbach, ist Filmregisseur und -produzent. Neben seinem Studium der Sozialwissenschaften & VWL an der Universität zu Köln sowie der Sabanci University of Istanbul, gründete er mit der cocktailfilms GmbH eine Produktionsfirma zur Entwicklung von Filmen im gesellschaftspolitischen Kontext. Sein Regiedebut „ASYLAND“ tourte bundesweit durch Kinos, Universitäten und Schulen. Mit „RendezWho“ (1LIVE, WDR) gelang es erstmal, weit mehr als 5 Millionen Zuschauer:innen zu erreichen. Derzeit ist eine ARD-Doku Serie sowie mit „UNCIVILIZED“ eine filmstiftungsgeförderte Fiction-Serie über Alltagsrassismus in Entwicklung. Sein zweiter Dokumentarfilm „Gleis 11“ feierte Premiere in der Lichtburg Essen und portraitiert die erste Einwanderergeneration: Eine Hommage und ein Herzensprojekt über all jene, die in der deutschen Medienlandschaft bislang kaum gehört wurden.

Die Protagonist:innen

Sieben Protagonist:innen berichten in Form einer Parallelmontage von ihren Träumen und Hoffnungen, vom Leben in der Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre bis in die Gegenwart. Nezihat (79), die Großmutter des Filmemachers, wurde in Deutschland früh Witwe und brachte ihre Kinder mit einem kleinen Gemüseladen alleine durch. Osman (86) zog es aus dem Norden der Türkei unter Tage nach Essen. Zeynep (69) beschreibt die ersten Tage am Arbeitsplatz und den starken Zusammenhalt der Kolleg:innen. Eşref (82) und Ayşe (80) kamen 1971 und kehrten nach 49 Jahren zurück in die Heimat im Süden der Türkei. Exemplarisch öffnet „Gleis 11“auch den Blick auf andere Migrationserfahrungen: die Griechin Marina (76) erinnert sich an die lange Zugfahrt, mit der sie von Thessaloniki ins ferne Deutschland gelangte. Und der Süditaliener Bartolomeo (74) erzählt, wie er in Deutschland sein Lebensglück gefunden hat. Was bei diesen Lebenszeugnissen auffällt: das Durchhaltevermögen der ersten Einwanderergeneration und der starke Wille, den Widrigkeiten des Lebens auch im Rückblick mit einem unerschütterlichen Optimismus zu begegnen. „Gleis 11“ ist beides, authentisches Zeugnis und filmisches Dokument einer bisher kaum erzählten Migrationsgeschichte, die sich aber längst in die Geschichte Deutschlands eingeschrieben und das Leben in diesem Land vielfältiger gemacht hat.

Eine cocktailfilms Produktion im Auftrag des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW mit Unterstützung von phoenix, der ARD Mediathek, der ZDF Mediathek und der Bundeszentrale für politische Bildung.

 

Veranstalter:

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