KomödieFSK16105 Min.
Zum 50. Jubiläum zeigen wir Hal Ashbys („Harold and Maude“) bittersüße Satire über Liebe, Lüge und Haarspray erneut im Kino. Freut euch auf ein Wiedersehen mit Warren Beatty, Julie Christie und Goldie Hawn.
| Regie | Hal Ashby |
| Besetzung | Warren Beatty, Julie Christie, Goldie Hawn, Lee Grant |
| Länge | 105 Minuten |
| Land / Jahr | USA 1975 |
George Roundy, der angesagteste Friseur von Beverly Hills, jongliert nicht nur mit Schere und Föhn, sondern auch mit den Herzen seiner Kundinnen. In der satirischen Komödie Shampoo aus dem Jahr 1975, die am Vorabend der Wahl von Richard Nixon spielt, erleben wir einen Tag im turbulenten Leben des charmanten Frauenhelden. George träumt davon, seinen eigenen Salon zu eröffnen, doch seine Ambitionen geraten durch sein ausschweifendes Liebesleben ständig ins Wanken.
Regisseur Hal Ashby, bekannt für seine sozialkritischen und oft melancholischen Filme, inszeniert hier eine spritzige und zugleich bitterböse Satire über die sexuelle Revolution und den Hedonismus der 70er Jahre. Warren Beatty, der nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch das Drehbuch mitverfasste und produzierte, verkörpert George mit unwiderstehlichem Charme und einer gewissen kindlichen Naivität. Er ist nicht bösartig, sondern einfach unfähig, eine Frau nicht zu begehren – und die Frauen lieben ihn dafür.
Der Film entfaltet sich als ein rasantes Erotikkarussell, in dem George versucht, seine Affären mit seiner Freundin Jill (Goldie Hawn), seiner Kundin Felicia (Lee Grant) und sogar der Geliebten seines Geldgebers zu verheimlichen. Die Lügen verstricken sich immer mehr, und der Zuschauer wird Zeuge eines zunehmend komischen und chaotischen Katz-und-Maus-Spiels. Lee Grant gewann für ihre Rolle als aufgedrehte, frustrierte Ehefrau den Oscar als beste Nebendarstellerin. Auch die Nebendarstellerinnen Julie Christie und Carrie Fisher glänzen in ihren Rollen.
Shampoo ist weit mehr als eine leichte Komödie. Er spiegelt die gesellschaftlichen Umbrüche seiner Zeit wider: die befreite Sexualität, die Emanzipation, die Gier nach Erfolg und die politische Apathie. Die glamouröse Fassade von Beverly Hills bröckelt, und dahinter offenbart sich eine Welt voller Einsamkeit, unerfüllter Träume und moralischer Doppelmoral. Der Film ist eine scharfsinnige Beobachtung über Beziehungen, Machtspiele und die Suche nach Glück in einer oberflächlichen Welt. Die Dialoge sind pointiert, die Situationskomik ist meisterhaft, und der Soundtrack, der von den legendären Beatles bis zu Judy Collins reicht, fängt das Lebensgefühl der Ära perfekt ein.
Shampoo ist eine zeitlose Satire, die auch heute noch relevant ist. Sie zeigt uns, dass unter all dem Glanz und Glamour der menschliche Wunsch nach Liebe und Anerkennung am Ende doch der wichtigste ist – selbst wenn wir ihn manchmal auf dem falschen Weg suchen.